Friedrich Siemers kennt Brüssel gut. Der Rechtsanwalt für Vertragsrecht hat während seines Referendariats beim Europäischen Rat in Luxemburg die Hauptstadt Europas öfter besucht und kennen- und schätzen gelernt. „Brüssel ist ähnlich wie Hannover nicht auf den ersten Blick schön, aber nach näherem Kennenlernen doch sehr reizvoll“, meint Friedrich Siemers und lächelt versonnen. Da ist zum einen die große Vielfalt an Biersorten. „Man sollte sich abseits des Central Place in die Seitengassen begeben und dort die Bars besuchen. Dort findet man schnell kleine Privatbrauereien, von denen es in den vergangenen Jahren  immer mehr gibt. Das Bier zu probieren lohnt sich, und das sage ich als Weintrinker!“ Weniger bekannt ist die Tatsache, dass Belgien eine aufstrebende Hockeynation sei, meint der passionierte Hockeyspieler Siemers. „Der königliche Hockeyverein „Royal Ombrage Hockey Club“  befindet sich tatsächlich in dem ansonsten nicht so gut angesehenen Viertel Moulenbek“. Dort gäbe es eben auch eine schöne Ecke, die zu besuchen sich lohne. Abraten würde er hingegen von „Touristenfallen wie die Rue des Bouchers. Besser ist es immer, die Orte aufzusuchen, wo auch die Einheimischen hingehen – aber das ist wohl überall auf der Welt so!“ Dabei sei es gar nicht schwierig, Belgier auf Deutsch anzusprechen. „Deutsch ist die dritte Landessprache und viele sprechen deutsch.  Wenn man sie erst höflich auf Französisch oder Englisch anspricht und dann ins Deutsche wechselt, ist das gar kein Problem“, berichtet Friedrich Siemers weiter, der selbst am liebsten „nicht gut, aber sehr gerne“ französisch spricht. Sein Herz schlägt nicht nur für die Französische Sprache, sondern ganz speziell für den  belgischen Cartoon, weshalb seine besondere Empfehlung ein ganz  besonderer Ort ist: Das „Centré belge de la bande dessinée“, das Belgische Comic-Museum. „Sehr interessant sind die Originalzeichnungen zum Beispiel von André Franquin, der Spirou gezeichnet hat“, erzählt er und weist auf die Tür seines Büros, an der eine Spirou-Zeichnung hängt. Im Comic-Museum sind auch Lucky Luke, die Schlümpfe und natürlich Tim uns Struppi zu entdecken. Das Gebäude selbst, in dem ursprünglich ein Warenhaus beheimatet war, ist übrigens auch ein Original: Es wurde 1906 im Jugendstil erbaut und ist vollständig restauriert.

„Wer nach Brüssel fährt, sollte auch auf jeden Fall das Regierungszentrum besuchen“, rät Friedhelm Siemers. Vor dem Hintergrund des europäischen Einigungsprozesses sei es faszinierend, sich die Orte und Institutionen anzuschauen, an denen für Europa Politik gemacht werde. „Auch der Besuch von Parlamentsdebatten kann durchaus spannend sein!“

Infos:
Comic-Museum: www.cbbd.be
Königlicher Hockey-Club: www.hockey-ombrage.be