Es ist nicht schwarzer, es ist schwärzester Humor, der derzeit in den Sammlungsräumen des Museums Wilhelm Busch zu sehen ist. Das Thema geht uns alle an. Mehr oder weniger. Wer nicht mehr ganz jung ist, braucht nur etwas stärkerer Nerven. „Schluss jetzt! Das Alter im Spiegel der Karikatur,“ heißt die Ausstellung. Es sind Arbeiten von Francisco de Goya über Wilhelm Busch bis zu Marie Marcks zu sehen.

„Altwerden ist nichts für Feiglinge“ sagt der Volksmund. Neben den Beschwerden machen auch Spott und Humor vor dem Alter nicht Halt: Ob es das verzweifelte Bemühen ist, die Spuren des Lebens zu übertünchen, oder der Versuch, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen –Karikaturisten haben dazu seit jeher gern einen satirischen Kommentar abgegeben.

Der Titel der Ausstellung ist inspiriert von  Ernst Kahl, der mit „Schluss jetzt“ gleichsam den Tod selbst zum Quiz ins Krankenbett setzt. Alle ausgestellten Werke der Künstler, zu denen natürlich auch der Namensgeber des Museums zählt, sind bissig und nichts für schwache Nerven.

Die Lust am Spott, an der Satire gibt es zwar seit Menschengedenken. Doch als Kunstform ist die Karikatur weitaus jüngeren Datums. Ihre Entstehung verdankt sie – salopp gesagt – der Unlust italienischer Künstler der Renaissance, insbesondere Bologneser Zeichner, immer nur am Idelaschönen orientiert zu arbeiten. Wie erholsam war es doch, sich der Künstlerlaune hinzugeben und einmal die negative Abweichung von der vorgegebenen Norm zu zeichnen, mit Scherz und Ironie also die vollkommene Hässlichkeit zu formen. Zugleich bietet die Gattung die Möglichkeit, die komplexe Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft zu hinterfragen, Tabus aufzuzeigen und Schranken zu durchbrechen. Karikatur ist zeichnerische Verdichtung und epische Erzählung zugleich – dafür können – wie die Auswahl in der Ausstellung zeigt – wenige Striche genügen.

„Schluss jetzt! Das Alter im Spiegel der Karikatur“ ist eine Partnerausstellung zu der Ausstellung „Silberglanz. Von der Kunst des Alters“ im Landesmuseum Hannover. Mit Vorzeigen des Tickets des einen Hauses erhalten Besucher  im anderen Haus Rabatt.