Die Trennung der Eltern beinhaltet für die betreffenden Kinder immer die Entscheidung, wo sie in Zukunft leben wollen, bei Mama oder bei Papa. Kinder wollen jedoch beide Elternteile behalten und nicht vor die Wahl gestellt werden.

Hier bietet das sog. Wechselmodell einen Lösungsansatz. Das Kind lebt nicht nur bei einem Elternteil, während der andere Elternteil Umgang pflegt und Unterhalt zahlt, sondern beide Elternteile erbringen gleichviel Betreuungsleistung.

Dabei bedeutet „gleichviel Betreuungsleistung“ eine annähernde Aufteilung im Verhältnis 50:50. Alles was mehr als 10% vom rechnerischen Mittel abweicht, – was leicht durch die zusätzliche Übernahme der Betreuung des Kindes aufgrund von Krankheit, Überstunden, Fortbildung etc. geschehen kann -, stellt kein echtes Wechselmodell mehr dar sondern nur noch ein sog. unechtes Wechselmodell.

Bei einem unechten Wechselmodell bleibt es bei der alleinigen Unterhaltsverpflichtung desjenigen Elternteils, der weniger Betreuungsleistungen erfüllt.

Doch auch ein echtes Wechselmodell führt nicht zwangsläufig dazu, dass eine Barunterhaltspflicht entfällt. Dies wird von den Eltern zwar meist angenommen und häufig auch so praktiziert, entspricht jedoch nicht der Rechtsprechung.

Die Verteilung der Unterhaltspflicht beider Elternteile gegenüber dem unterhaltsberechtigten Kind ist annähernd vergleichbar mit der Unterhaltspflicht gegenüber einem volljährigen Kind in Ausbildung. Es gilt folgendes:

  • Der Unterhaltsbedarf des Kindes laut Düsseldorfer Tabelle bemisst sich nach dem sog. anrechenbaren Gesamteinkommen beider Elternteile. Hinzuzurechnen ist ein Mehrbedarf des Kindes, welcher sich aus dem Wechselmodell direkt ergibt, z.B. Kinderzimmer, Verbringungskosten, notwendige Doppelanschaffungen
  • Jeder Elternteil hat sodann diesen Bedarf des Kindes anteilig gemessen an seinem anrechenbaren Einkommen zu decken
  •  Das Kindergeld wird zwischen beiden Elternteilen aufgeteilt. Es wird dem Elternteil       der es bezieht hälftig auf dessen Unterhaltsanteil hinzugerechnet und dem anderen Elternteil hälftig von dessen Unterhaltsanteil in Abzug gebracht

Somit Sind im Ergebnis auch bei einem echten Wechselmodell grundsätzlich beide Elternteile zu Barunterhalt verpflichtet, anteilig nach ihren Einkommensverhältnissen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und ein Kennenlernen in unserer „offenen Kanzlei“ am Kleefelder Flanierabend am 23.09.2017.

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