Wer kennt sie nicht, die gemütlichen Abende mit Freunden, die mit einer guten Flasche Wein und einer leckeren Käseplatte enden. Frei nach dem Motto : „Käse schließt den Magen“.

Doch Vorsicht, Käse ist nicht für jeden gesund und ungefährlich !

In Milch und Milchprodukten, wie auch Käse können gefährliche Bakterien enthalten sein. Listerien (Listeria monocytogenes) sind weltweit verbreitet und werden häufig in landwirtschaftlichen Bereichen (Tierfutter, Pflanzen, Ausscheidungen) gefunden. Listerien sind grampositive Stäbchenbakterien, die sich auch im Kühlschrank unter optimalen Wachstumsbedingungen von           -0,4°C bis +45°C vermehren. Die Bakterien können direkt von einer Zelle zur nächsten Zelle vordringen, ohne dass sie dabei im extrazellulären Milieu erscheinen müssen. Das macht eine sichere Bekämpfung und Therapie der Erkrankung so schwierig.

Neben einer Vielzahl tierischer Lebensmittel wie Geflügel, Fleisch, Fleischerzeugnisse (z.B. Wurst), Fisch, Fischerzeugnisse (hauptsächlich Räucherfisch), Milch und Milchprodukte (insbesondere Käse) werden Listerien auch auf pflanzlichen Lebensmitteln, z.B. vorgeschnittenen Salaten, gefunden.

Die Inkubationszeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Krankheitssymptome beträgt nur wenige Stunden bis zu sechs Tagen. Die Infektion mit Listerien zeigt sich mit grippeähnlichen Erscheinungen, aber auch mit Durchfall und Erbrechen. Besonders gefährdet sind abwehrgeschwächte Personen und Schwangere. Ein Übergang der Infektion auf das ungeborene Kind kann zu einer Früh- oder Totgeburt führen.
Infizierte Personen sollten sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. Listeriose ist eine meldepflichtige Erkrankung.

Präventiv sollte man insbesondere vakuumverpackte Lebensmittel zügig, möglichst weit vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verbrauchen. Gehört man zur Risikogruppe, verzichtet man lieber auf rohes Hackfleisch oder Mett, Salami, Sushi, geräucherten Fisch, verpackte Blattsalate und Rohmilchweichkäse.

Aber kommen wir zurück auf unsere anfangs aufgestellte These :
Ja, der Mythos stimmt ! Im Käse sind freie Fettsäuren enthalten, die das Hormon Cholecystokinin in der Darmwand aktivieren. Das Verdauungshormon unterdrückt die Magensekretion, es wird weniger Magensäure gebildet, gleichzeitig hemmt es die Muskelbewegung des Magens und verlangsamt die Darmperistaltik. Der Nahrungsbrei wird langsamer weitertransportiert, daher bleibt der Mensch länger satt.