Preiswürdig waren sie alle, aber die Sieger überzeugten mit virtuosen Vorträgen, gekonnter Inszenierung und viel Temperament. Und es blieb spannend bis zum Schluss. Bei Klassik in der Altstadt stehen die Gewinner erst fest, wenn der letzte Ton verklungen und alle Stimmzettel ausgezählt worden sind. So auch gestern in der Kreuzkirche, die – wie bei diesem Festival üblich, den Besucherandrang nur bewältigen kann, wenn die Gäste sogar im Altarraum auf dem Fußboden sitzen.
Zum Festival 2017 lässt sich sagen: Es war wieder wunderschön, es gab jede Menge Highlights, und auch das Wetter hat uns nie im Stich gelassen. Insgesamt kamen rund 10 000 Besucher zu den Veranstaltungen.

Gestern also das Finale, nach 20 Konzerten an drei Wochenenden, nach wundervollen Darbietungen hoch motivierter und äußerst vielversprechender junger Künstler.
„Mein Dank geht an alle, die das Festival unterstützt haben, aber vor allem an das famose Fachpublikum. Hier entscheidet keine Jury, kein Preisrichter – hier entscheiden Sie, und Sie, das Publikum, sind unbestechlich“, sagte Harald Härke, 1. Stadtrat und Kulturdezernent der Landeshauptstadt Hannover, der gemeinsam mit Tania Rubenis, Stiftungsmanagerin der Stiftung Sparda-Bank Hannover und Veranstalterin Ariane Jablonka die Preise überreichte.

Sparda-Bank-Publikumspreis 2017 – das sind die Preisträger:

Auf den 1. Platz, dotiert mit 1.500 Euro,
wurde mit einer deutlichen Stimmenmehrheit das Salz & Pfeffer Duo gewählt, mit der Sopranistin Franziska Abram, Bariton Daniel Preiss und Raguel Marcos de la Rua am Klavier. Ihr mit viel Pepp dargebotener Operettenreigen hatte überzeugt, und die drei hatten sich völlig zu Recht Chancen ausgerechnet. Franziska Abram war extra noch einmal von einem Auftritt in Donaueschingen zurück nach Hannover gekommen und konnte so den Preis in Empfang nehmen.

Der 2. Platz und 1000 Euro Preisgeld
gingen an das Feuerbach-Quartett aus Nürnberg.  Jamila Musayeva (Violine), Max Eisinger (Violine), Eugen Hubert (Viola) und Lukas Kroczek (Cello) hatten bei ihren beiden Auftritten am Historischen Museum und in der Kreuzkirche Gelegenheit, die ganze Bandbreite ihres Repertoires vorzutragen. Sie können sowohl den klassischen Schostakovitch, als auch Cross over vom Feinsten. Die Stücke aus ihrem Programm Knights and Fools gingen direkt in Kopf, Herz und Beine. Und wenn 400 Menschen in der Kreuzkirche gemeinsam Songs von den Ärzten und den Beatles singen, dann kann man sicher sein, dass hier ein Preis winkt.

Platz 3 und 500 Euro
holte sich das Ensemble Madrugada, mit  Asal Karimi (Geige), David Mohr (E- Gitarre), Sofia Kruszewski (Akkordeon), Clara Däubler (Kontrabass) und Sahar Rei Taherkhani (Klavier). Fünf junge Musiker aus fünf Nationen, die ihre Liebe zum Tango und zu Astor Piazzolla  gekonnt zum Ausdruck brachten.

Sie sind darüber hinaus ein gutes Beispiel dafür, dass Ariane Jablonka das Motto des Festivals 2017 richtig gewählt hat: „Klassische Musik verbindet“.
Sie baut Brücken zwischen den Generationen und den Nationen. Sie bringt Künstler aus verschiedenen Ländern dazu, gemeinsam zu musizieren, sie lockt Menschen mit ganz unterschiedlichen Interessen und Vorlieben zum Beispiel auf den Marktplatz, um gemeinsam Konzerten zu lauschen.
„Klassik in der Altstadt ist ein fester Bestandteil der Kulturszene und Partner im Netzwerk von „UNESCO City of Music.“ Das Festival ist Teil und Symbol der kulturellen Verständigung und Freundschaft, für die die Landeshauptstadt Hannover, die Veranstalter und die jungen KünstlerInnen stehen. Es ist ein Ort der Begegnung, bei dem neue Musikfreundschaften entstehen, sich neue Ensemble finden, und es ist wahrhaftig eine Erfolgsgeschichte.
Nach ihrem Auftritt in Hannover fanden junge Künstlerpersönlichkeiten ihren Weg auf die Bühnen der Welt. Sie wurden etablierte Musiker, gefragte Solisten und geschätzte Professoren, erhielten Direktengagements an Opernhäuser und große Bühnen, bis hin zur Mailänder Scala“, sagt Ariane Jablonka.

Auch für die vielen Besucher des Festivals Klassik in der Altstadt, die an der Publikumspreis-Abstimmung teilnahmen, gab es etwas zu gewinnen. Das Forum Hannöversche Altstadt stiftete einen Einkaufsgutschein und die Privatbrauerei Herrenhausen drei Jahres-Abos für den Getränkevorrat zuhause.

Veranstalterin Ariane Jablonka sprach sowohl den Besuchern ihren Dank aus, als auch den Sponsoren und Unterstützern, die Klassik in der Altstadt seit vielen Jahren fördern. Allen voran sei als Kooperationspartner das Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover genannt und die Stiftung Sparda-Bank Hannover, die seit nunmehr elf Jahren das Festival und den Publikumspreis ermöglicht. Erwähnt werden muss hier auch das Auktions- und Handelshaus HannoVerum als wichtiger Festival-Partner sowie die Privatbrauerei Herrenhausen, das Forum Hannöversche Altstadt,  top-hannover.com, Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, Altes Rathaus Hannover, Historisches Museum Hannover, Marktkirchengemeinde Hannover und nobilis.
Unser Dank gilt allen Sponsoren und Unterstützern, ohne die das Festival nicht realisiert werden könnte. Wir hoffen auf ein Wiedersehen im Jahr 2018!