Hannovers Polizisten sind mit ihrem Job zufrieden. Einsätze bei Demonstrationen, gewaltbereite Fußballfans im Zaum halten und das auch noch meistens am Wochenende – sie stecken das weg, weil sie ihre Arbeit gern machen. So jedenfalls beschrieb es Polizeipräsident Volker Kluwe, der zum Gespräch mit Nerissa Rothard ins Kaffeeklatsch am Kantplatz gekommen war. Das klang alles sehr positiv, aber man darf von einem Polizeipräsidenten eben auch nicht erwarten, dass er über Arbeitsüberlastung klagt. Man wolle den jungen Polizisten zumindest ein planbares freies Wochenende im Monat ermöglichen, sagte der Präsident. Es gibt heute Arbeitsplätze, die weniger stressig sind; die Polizei hat dennoch genügend Bewerber, wie der Präsident versicherte.

Bei der Talkshow im Café ging es nach einem eher soften Auftakt dann aber auch um durchaus umstrittene Themen. Ein Dauerbrenner war natürlich auch dabei: Die Frage, warum die Polizeistation Kleefeld nicht rund um die Uhr besetzt ist. Eine Forderung, die schneidige Jungpolitiker gern aufzustellen, ohne darüber zu reden, wer das bezahlen soll. Volker Kluwe ließ keinen Zweifel, wie er diese Sache sieht: „Jeder Arbeitsplatz, der rund um die Uhr besetzt ist, bedeutet rein rechnerisch sechs Planstellen. Das sei in Kleefeld nicht vorstellbar, zumal es sich bei diesem Stadtteil nicht gerade um einen Kriminalitätsschwerpunkt handele.

Volker Kluwe war also nicht nach Kleefeld gekommen, um seinen Gästen nach dem Munde zu reden. Der Präsident zeigte sich als Mann mit klaren Standpunkten. So gab er denn zu verstehen, dass er die geplanten Trinkerräume am Raschplatz nicht für der Weisheit letzten Schluss hält. „Kassel hat sich von einem ähnlichen Modell schon wieder getrennt, andere Städte folgen einem anderen Weg, wie Hannover. Wir werden sehen, wie sich das entwickelt.“

Seine Behörde sei bei der Entscheidungsfindung aber auch nur beratend dabei gewesen. Die Trinkerszene am Raschplatz sei nicht in erster Linie ein Problem, das die Polizei lösen könne, sagte Kluwe. Er gestand allerdings zu, dass lautstarke öffentliche Gelage, wie sie am Raschplatz häufiger vorkommen, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger durchaus negativ beeinflussen. Eine Einschätzung, die eine Teilnehmerin der Diskussion im Kaffeeklatsch aus eigener Erfahrung bestätigte. Als Anwohnerin des Kantplatzes habe sie mit lärmenden  Zechern vor der Tür auch schon ihre Erfahrungen gesammelt.