Neben sprudelnden Wasserfällen und mächtigen Baobabs markiert ein riesiger Brettwurzelbaum das Eingangsportal zum Drill-Wald, dem Reich der stark bedrohten Drills in der neuen Themenwelt Afi Mountain. Von den Schimpansen in der Feuchtsavanne geht es durch den Regenwald mit hautnaher Begegnung der afrikanischen Vogelwelt bis hinauf auf die Spitze des Berges, wo eine beeindruckende Gorillafamilie die Lichtung mit Leben füllt – während unten im Tal der Regenwald von Menschenhand immer weiter zerstört wird.

Mitten im Erlebnis-Zoo Hannover wird der Weg durch den Regenwald mit Stationen in der National-Park-Schule und dem Tal der Masken zu einem beeindruckenden Erlebnis der besonderen Art! Ab Freitag, den 11. August, öffnen sich die Wege zum Regenwald für die Zoo-Besucher und laden zu einer spannenden Entdeckungstour im Nationalpark ein.

Mit der neuen Themenwelt Afi Mountain macht der Erlebnis-Zoo auf die Bedrohung der Affen Afrikas aufmerksam und stellt besonders den (noch) unbekannten und stark gefährdeten Drill vor. Denn Afi Mountain gibt es wirklich – im Südosten Nigerias liegt das Afi Mountain Wildlife Sanctuary, ein 117 km2 großes Naturschutzgebiet, in dem neben diversen Vogelarten auch Gorillas, Schimpansen, Meerkatzen und rund 500 der letzten 3.000 Drills leben.

Reise durch den Afi Mountain National Park
Von der Savanne durch die Feuchtsavanne bis in den Regenwald, auf dem Weg zur Spitze des Berges von Afi Mountain durchqueren die Besucher des Nationalparks die verschiedensten Klimazonen Afrikas.

Entlang mächtiger Baobabs, unter denen es sich eine Gruppe Schimpansen gemütlich gemacht hat, eröffnet hinter einer Wegbiegung eine riesige Baumwurzel den Pfad zu einer geheimnisvollen Felsenhöhle: Große und kleine Felsenöffnungen geben immer wieder den Blick frei auf ein Reich aus sattem Grün, moosbewachsenen Baumstämmen und einem leise plätschernden Bachlauf – Willkommen im Regenwald!

Aus dem grünen Dickicht taucht ein beeindruckendes Affenmännchen mit tiefschwarzer Gesichtsmaske auf: In den Wäldern von Afi Mountain leben die stark gefährdeten Drills – in dem letzten sicheren Rückzugsgebiet dieser Affenart. Mit eleganten Schritten läuft der Drill-Mann durch das Gras und setzt sich an den Rand der Höhlenöffnung, gefolgt von zwei braungrauen Weibchen mit weichen Gesichtszügen. Weiter oben in den Baumwipfeln klettern quirlige Brazzameerkatzen von Ast zu Ast, gut zu erkennen an ihrem auffälligen weißen Bart und der markanten orangen Färbung über den Augen. Flink springen sie herab, sammeln Beeren von den Büschen und tauchen ihre Hände in das kühle Nass am Wasserlauf. Ein Augenpaar blickt von hoch oben zwischen den Felsspalten neugierig auf die Besucher des Nationalparks herab – eine Meerkatze hat es sich auf dem Tunnelgang gemütlich gemacht.

„Die großen und kleinen Panoramascheiben lassen die Barrieren zwischen Mensch und Tier optisch verschwinden, als Besucher steht man in der Felshöhle und ist inmitten der afrikanischen Affen. Es ist ein Wechsel aus Beobachten und Beobachtet-werden, ob durch die Felsspalten oder aus dem tiefen Grün des Regenwalds“, beschreibt Andreas M. Casdorff das Erlebnis im Drill-Wald.

Weiter geht es durch das Tal der Masken zu einer Lichtung, erfüllt von buntem Vogelzwitschern. An einem Wasserloch erfrischen sich Kampfläufer und Gelbkehlfrankoline, farbenfrohe Rußköpchen und Gabelracken haben ihre Nester in einem großen Baumstumpf errichtet. In der begehbaren Voliere kommt es zu geradezu flatterhaften Begegnungen mit afrikanischen Vogelarten – an Land und in der Luft.

Der Weg führt weiter hinauf auf die Spitze des Berges: Mächtige Felsen geben den Blick frei auf eine helle Lichtung, wo am Rande eines rauschenden Wasserfalls eine beeindruckende Gorillafamilie mit ihren Jungtieren lebt.

Doch auch in der Idylle des Afi Mountain National Parks, in der eindrucksvolle Primaten und bunte Vögel scheinbar unbeschwert leben, begegnen den Besuchern immer wieder die Probleme Nigerias, dem bevölkerungsreichsten Land in Afrika. Viele der tierischen Bewohner des Schutzgebiets sind vom Aussterben bedroht. „Wilderer machen Jagd auf Affen und verkaufen ihr Fleisch als sogenanntes ,Bushmeat‘ in den Städten. Gleichzeitig wird der Lebensraum der Tiere immer kleiner, die Abholzung des Regenwalds schreitet immer weiter voran“, berichtet Andreas M. Casdorff von der ernsten Situation am echten Afi Mountain.

Mit Edutainment-Stationen, Fotoausstellungen, beeindruckenden Masken und einem Film wird Besuchern auf dem Rundweg durch den National Park diese Problematik nähergebracht. Demonstrationsplakate und imposante Figuren des Geheimen Gorillabunds zeigen, dass sich auch Einheimische für den Erhalt der Natur und Tiere in ihrem Land einsetzen.

Engagement für den Artenschutz
Hilfe aus Deutschland: Die Organisation „Rettet den Drill e.V.“ setzt sich für den Schutz und Erhalt des Drills in seinem natürlichen Lebensraum ein. Der Erlebnis-Zoo unterstützt bereits seit vielen Jahren die Arbeit des Vereins mit Sach- und Geldspenden:  Die Mitarbeiter der Drill-Ranch wurden mit Tierpflegerkleidung aus dem Zoo ausgestattet, zusätzlich zu den 2.500 € des diesjährigen ZOO-RUNS gehen weitere 15.000 € die Drill-Ranch im Afi Mountain Wildlife Sanctuary, die durch heftige Stürme im Frühjahr stark getroffen und in Teilen verwüstet wurde. „Wir wollen den Menschen hier in Hannover über Afi Mountain erzählen und auf den notwendigen Schutz der Drills aufmerksam machen. Gleichzeitig leisten wir auch vor Ort Hilfe, um diese besondere Affenart zu erhalten“, berichtet Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff über das Engagement des Erlebnis-Zoo.

Masterplan 2025+
Der Drill-Wald und die begehbare Vogelvoliere verbinden das Reich der Schimpansen und den Gorillaberg zu einer neuen Mitte und umfassenden Themenwelt Afi Mountain. Mit der neuen Regenwaldlandschaft, der Feuchtsavanne bei den Schimpansen, der Wüste, der Steppe und Savanne am Sambesi präsentiert der Erlebnis-Zoo die wichtigsten Klimazonen und Lebensräume Afrikas – mitten in Hannover.

Mit dem Bau von Afi Mountain ist das nächste Projekt des Masterplans 2025+ fertiggestellt. In ihrem neuen Regenwald nennen Drills und Brazza-Meerkatzen nun eine Fläche von 720 m² ihr Reich, die großzügige Afrika-Voliere erstreckt sich auf einer Fläche von 545 m². Insgesamt betrugen die Baukosten für Afi Mountain rund 6 Mio. Euro.

Der Zoo entwickelt sich weiter: Die vorbereitenden Arbeiten am neuen Eingangsgebäude laufen bereits, der Umbau für die Erweiterung der Elefantenbullenanlage wird im Herbst 2017 im Dschungelpalast beginnen.